Prof. Dr. August Schick, Universität Oldenburg, Institut für Psychologie
Prof. Dr. Schick ist einer der renommiertesten Forscher Deutschlands auf dem Gebiet der Lärmwirkung. Er ist u.a. Herausgeber der Tagungs-und Schriftenreihe "Contributions to Psychological Acoustics", bei welcher international tätige Wissenschaftler interdisziplinär zu ausgewählten Themenfeldern der psychologischen Akustik zusammenfanden.
Hören - seine Funktionen und seine Bedeutung für den Menschen
Prof. Dr. Jürgen Hellbrück
Phänomene und Werkzeuge der Akustik
Kurt Eggenschwiler
Erfolgreich und wirksam kommunizieren im Büro
Charlotte Sust
Akustik in der Gebäudeplanung
Manfred Schnitker
Hörende Architekten - Sehende Akustiker
Prof. Rainer Pohlenz
Büroraumakustik im Wandel der Zeit
Dipl.-Ing. Ivo Haltenorth
Zur Störwirkung von Hintergrundsprache auf kognitive Leistungen
Dr. Sabine Schlittmeier
Raumakustische Gestaltung – aktuelle Planungstools
Dr. Christian Nocke
Lärmwirkungen in Büroumwelten: Resümee und Optimierungsansätze durch Mitarbeiterbefragungen
Dr. Markus Meis
The creative buzz.
Martin Brübach
Raumakustik und thermoaktive Bauteile - ein Dilemma?
Prof. Gerrit Höfker
Prof. Dr. Jürgen Hellbrück
Prof. Dr. Jürgen Hellbrück studierte Psychologie an der Universität Würzburg und promovierte 1979. Er war u.a. als Gastwissenschaftler am Laboratory of Auditory Perception der State University Osaka (Japan) tätig. Seit 1991 hat Prof. Dr. Hellbrück die Professur für Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitspsychologie an der Katholischen Universität Ingolstadt-Eichstätt inne.
Vortrag:
Hören - seine Funktionen und seine Bedeutung für den Menschen
Das Gehör des Menschen zählt zu den empfindlichsten Sinnesorganen. Es kann Schallfrequenzen von 16 Hz bis 16 kHz wahrnehmen und besitzt mit 120 Dezibel einen außerordentlich großen Dynamikbereich, der vom feinsten Blätterrascheln bis zum Krachen eines Donners reicht. In der zeitlichen Domäne ist es in der Lage, Unterschiede von wenigen Mikrosekunden zu registrieren. Damit schafft es die Voraussetzung für präzise Schallquellenlokalisation, für das Erkennen von Geräuschen, sowie für die Wahrnehmung und Diskrimination von hochkomplexem Sprachschall und Musik und ist daher wesentliche Grundlage von Kommunikation, sozialem Verhalten und ästhetischem Erleben. Das Gehör und das auditive Informationsverarbeitungssystem des Menschen ist in hohem Maße empfänglich für informationshaltigen Schall. Das Gehör warnt auch vor Gefahren in unserer Umgebung, indem es unwillkürlich die Aufmerksamkeit auf schallerzeugende Vorgänge und Bewegungen in unserem Umfeld lenkt. Dies ist eine evolutionsbiologisch bedingte Eigenschaft, die jedoch in der technisierten, von Bewegungen und Geräuschen erfüllten Umwelt oft zum Ärgernis wird, denn viele Geräusche, die die Aufmerksamkeit erregen, sind unerwünscht und werden als störender Lärm empfunden. Wie kein anderes Sinnesorgan ist das Gehör für den Menschen eine Quelle intellektueller, emotionaler und ästhetischer Anregung und Bereicherung, setzt ihn aber auch vielerlei Beeinträchtigungen und Störungen aus, ist ihm also Freud‘ und Leid. Der Vortrag vermittelt einen Einblick in die herausragenden Fähigkeiten des menschlichen Gehörs sowie seine Bedeutung, die es für das Erleben, Verhalten und Handeln des Menschen hat.
Kurt Eggenschwiler schloss 1981 sein Studium als Dipl.-El.-Ing. an der ETH Zürich ab. Seit 1985 ist er an der
Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA in Dübendorf (Schweiz) in der Raum- und Umweltakustik tätig und leitet dort heute die Abteilung Akustik/Lärmminderung. Kurt Eggenschwiler hat an der ETH Zürich Lehraufträge im Studiengang Architektur und im Studiengang Umweltingenieurwissenschaften.
Vortrag:
Phänomene und Werkzeuge der Akustik
Das Hören und damit die Akustik spielen im Büroalltag eine grosse Rolle. Nicht selten geht die akustische Dimension bei der Planung aber vergessen oder wird nur mit niedriger Priorität behandelt. Der Vortrag soll dazu beitragen, die Zuhörer für akustische Phänomene zu sensibilisieren. Dabei steht nicht die Theorie im Vordergrund. Vielmehr sollen die Phänomene auch - soweit möglich - erlebbar werden. Schliesslich werden auch die Werkzeuge der Akustik vorgestellt, welche bei der Planung einer guten Akustik zum Einsatz kommen.
Charlotte A. Sust ist geschäftsführende Gesellschafterin der ABoVe - Arbeitswissenschaft Büroorganisation Veränderungsmanagement GmbH in Wettenberg. Sie studierte Erziehungswissenschaften und Psychologie mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie in Essen und Bochum. Cahrlotte Sust ist Dozentin an der Fachhochschule Gießen-Friedberg und hat eine Reihe von wissenschaftlichen und anwendungsorientierten Publikationen zu Themen wie Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsplätze, Effekte von Umgebungsbedingungen wie Licht/Beleuchtung, bzw. Schall/Lärm auf Wohlbefinden und Leistung, sowie Evaluierung von Veränderungsprozessen veröffentlicht.
Vortrag:
Erfolgreich und wirksam kommunizieren im Büro
Kommunikation im Büro ist zum Einen nach außen – an die Kunden – gerichtet. Dabei erfolgt diese Kommunikation vor allem im Dienstleistungsbereich häufig über Call- oder Service-Center. Viele Service-Center zeichnen sich zwar in der Regel durch hohe Flächenwirtschaftlichkeit aus, was aber insbesondere bei Volllastbetrieb zu einer erheblichen Geräuschkulisse führt. Dies kann nicht nur die Kommunikation mit dem Kunden beeinträchtigen, sondern verlangt dem Agenten zusätzliche Konzentration ab, um die „Mitsprecher“ auszublenden. Das gilt gleichermaßen für solche Bereiche, die zwar häufigen telefonischen Kundenkontakt haben, aber keine explizite Service-Center-Funktionalität aufweisen.
Zum andern ist – insbesondere wenn die Arbeit in sich immer neu formierenden Projektgruppen geleistet wird – die interne Kommunikation zwischen unterschiedlichen Projektteilnehmern zwingend erforderlich. Um die „Konzentrationsarbeiter“ nicht zu stören, und um selber konzentriert kommunizieren zu können, sind Räume erforderlich, die neben der notwendigen Technik eine gute bis hervorragende Sprachverständigung ermöglichen.
Die Bedürfnisse dieser Gruppen sind daher unterschiedlich, dem muss bei der Gestaltung der Räume Rechnung getragen werden, insbesondere unter dem Aspekt, dass Hörer/Sprecher teilweise sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen (Schwerhörigkeit, Nicht-Muttersprachler u.ä.m).
Dipl.-Ing. Manfred Schnitker
Manfred Schnitker studierte an der Fachhoschschule Lippe- Detmold Innenarchitektur und schloss sein Studium als Diplom-Ingenieur ab. Er arbeitete unter anderem bei den Firmen SELECTA Werk GmbH, Weber Objekteinrichtungen GmbH & Co.Kg, Suter+Suter GmbH, WINI Büromöbel GmbH. Seit 2004 ist er für das QUICKBORNER TEAM als Consultant tätig. Seine Kernkompetenzen sind Erarbeitung von Funktions- und Flächenprogrammen, Entwurfsbewertungen/- optimierungen, Sanierung/Revitaliserung von Bürogebäuden, Innovative Bürokonzepte, Arbeitsplatzgestaltung, Möblierung und Einrichtung. Manfred Schnitker arbeitet an verschiedensten Planungsprojekten mit.
Vortrag:
Akustik in der Gebäudeplanung
Neue Bürokonzepte zur Förderung der Kommunikation in offenen und transparenten Strukturen haben architektonisch häufig schallharte Oberfläche im Bereich Boden-Wand-Decke. Verglaste Trennwände bieten ebenso keine absorbierenden Flächen.
Bei den Nutzern ergibt sicht bereits im Planungsprozess häufig eine Ablehnung dieser Konzepte, da die Anforderungen nach konzentrierter Arbeit bei gleichzeitig zunehmender face to face-Kommunikation als nicht akzeptabel geplant eingestuft werden.
Welche Anforderungen stellt die Organisatorische Gebäudeplanung an die Akustik ? Praxisbeispiele zeigen Vorgehensmodelle auf, damit nach der Realisierung eines neuen Bürokonzeptes keine halbherzigen Optimierungen vorgenommen werden müssen. Das Ziel muss eine gesamtheitliche Betrachtung der Gebäudeplanung auch für akustische Anforderungsprofile in Bürokonzepten sein.
Prof. Rainer Pohlenz ist tätig an der ifas Aachen / Hochschule Bochum - Fachbereich Architektur. Er studierte Architektur an der RWTH Aachen und war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bauphysik und Bauschadensfragen. Er hatte Lehraufträge für Bauphysik und Raumakustik an verschiedenen Hochschulen und ist seit 1984 beratender Ingenieur in einer Ingenieurgesellschaft für Bauphysik und Leiter einer VMPA-Schallschutzgüteprüfstelle.
Seit 1994 hat er die Professur für Baukonstruktion und Bauphysik an der Hochschule Bochum, Fachbereich Architektur inne. Des Weiteren ist Prof. Pohlenz öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Schallschutz im Hochbau.
Vortrag: Hörende Architekten - Sehende Akustiker
Architekten …
… unterscheiden zwischen der Akustik von Vortrags- und - Versammlungsräumen.
… berücksichtigen akustische Anforderungen an die Raumproportion.
… verteilen absorbierende und reflektierende Flächen richtig.
Und sie wissen: Segel braucht man zum Segeln, nicht „für die Akustik“
Akustiker ...
… verstehen und respektieren die Entwurfsidee des Architekten.
… spüren, dass die Raumproportion eine ästhetische Bedeutung haben kann.
… treffen die Wahl ihrer Materialien und Konstruktionen nach ästhetischen Kriterien.
Und sie glauben: Architekten treffen ihre Entscheidungen, um sie zu ärgern.
Dipl.-Ing. Ivo Haltenorth
Ivo Haltenorth ist als Berater im Akustik-Ingenieurbüro Moll tätig. Er studierte Bauingenieurswesen an der Technischen Universität Dresden, wo er als Diplom-Ingenieur abschloss. Danach war er für das Ingenieur-Büro für Bauphysik Grigo in Pforzheim tätig. Von 2001 bis 2007 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fraunhofer-Institut für Bauphysik Stuttgart mit dem Forschungsschwerpunkt Abschirmungen aus leichten Bauteilen.
Vortrag:
Büroraumakustik im Wandel der Zeit
Lärm an Büroarbeitsplätzen rückt spätestens seit jenem Zeitpunkt wieder verstärkt in das Tätigkeitsfeld des Akustikberaters, seitdem großräumige Bürokonzepte als Alternative zu Zellenbüros die Vorstellungen in Chef-Etagen und Planerbüros gleichermaßen treffen und bisher bestehende Kleinbüroräume architektonisch aufgebrochen werden. Die Hoffnung, dass eine offene Bürostruktur die Beschäftigten informell vernetzt, die Arbeitsstätte transparent macht und gemeinschaftliches Arbeiten erleichtert, wird oftmals durch die Erfahrung getrübt, dass sich die Beschäftigten, vor allem durch Kollegen, gestört fühlen. Die architektonischen Konzepte sollten daher mit der Raumakustik in Einklang stehen, wobei die Meinungen zur optimalen Büroraumakustik nicht nur im Bereich der Anforderungen, sondern auch im Bereich der Raumausstattung oft weit auseinandergehen. Durch die Verdeutlichung von Problemen und Wirkungen ist es auch für den akustischen Laien möglich, zumindest die gröbsten Planungsfehler zu vermeiden.
Dr. Sabine Schlittmeier studierte Schulpsychologie und Mathematik an der Katholischen Universität Ingolstadt-Eichstätt. Sie war als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der ZEUS GmbH (Zentrum für angewandte Psychologie, Umwelt- und Sozialforschung) in Bochum mit Auftragsforschung zu Verkehrsunfällen, Usability, ÖPNV und Lärm betraut. Im Anschluss nahm sie einen Forschungsaufenthalt zu den Themenfeldern Akustik und Kognition an der Universität Oldenburg wahr.
Seit 2002 ist Sabine Schlittmeier als wissenschaftliche Assistentin an der Katholischen Universität Ingolstadt-Eichstätt tätig und forscht auf den Gebieten kognitive Lärmwirkung, Kognitionspsychologie, Soundevaluation und -design.
Vortrag:
Zur Störwirkung von Hintergrundsprache auf kognitive Leistungen: Wie effektiv können (Sound-)Maskierungssysteme und andere Schallschutzmaßnahmen in Bürolandschaften sein?
Büroangestellte erleben Hintergrundsprache, wie z.B. Gespräche zwischen Kollegen und Telefonate, als besonders störend bzw. belästigend. Im Vortrag wird belegt, dass Hintergrundsprache, aber auch andere Geräusche, jenseits eines subjektiven Störungsempfindens kognitive Leistungen tatsächlich mindern. Mit Schallschutz- bzw. akustischen Optimierungsmaßnahmen kann vermeintlich gegengesteuert werden; doch tragen sie wirklich zu einer Reduzierung der Störwirkung bei? Kann dann besser gearbeitet, besser gedacht, mehr geleistet werden? Im Vortrag werden Daten zur Evaluation von (Sound-)Maskierungssystemen und anderen Maßnahmen präsentiert und Wirkzusammenhänge erklärt. Insbesondere auf die notwendige Differenzierung von subjektiv empfundener und objektiv gegebener Störwirkung wird eingegangen. Damit wird der Frage, ob es sich lohnt in die Akustik eines Büros zu investieren, wissenschaftlich fundiert nachgegangen.
Nach seinem Physikstudium in Marburg und Oldenburg erlangte Dr. Christian Nocke sein Diplom im Bereich der technischen Akustik. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete er am Fraunhofer-Institut für Bauphysik und promovierte. Kurz darauf gründete er das Akustikbüro Oldenburg. Dr. Christian Nocke war Leiter der Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Akustik DEGA e.V. in Oldenburg. 2004 gründete er die Höfker Nocke Bückle Partnerschaft – Physiker und Ingenieure mit Standorten in Bochum, Oldenburg und Stuttgart. Dr. Christian Nocke hat verschiedene Lehraufträge in Oldenburg und Bochum und ist von der Oldenburgischen IHK öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Lärmimmision, Bau- und Raumakustik.
Vortrag:
Raumakustische Gestaltung – aktuelle Planungstools
Die raumakustische Gestaltung von Büroräumen wird im Planungsprozess häufig dem Zufall überlassen. Dabei kann jeder Raum akustisch optimal für die jeweilige Nutzung gestaltet werden. Anhand von Beispielen aus der Beratungspraxis werden die Möglichkeiten und Grenzen aktueller Planungswerkzeuge der Raumakustik demonstriert.
Dr. Markus Meis ist Bereichsleiter für Markt- und Wirkungsforschung der Hörzentrum Oldenburg GmbH und Lehrbeauftragter für Psychologie und assistive Technologien an der Universität Oldenburg. Er promovierte 1997 im Bereich der Medizinischen Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Markus Meis koordiniert Projekte der öffentlichen Forschung, wie Versorgungsforschung im Bereich der Audiologie, Ambient Assisted Living (AAL), und Lärmwirkung. Darüber hinaus leitet er Projekte der industriellen Auftragsforschung der (Hörgeräte-) Industrie zu den Themengebieten Raumakustik und Mitarbeiterbefragungen, Markt- und Meinungsforschung, Psychologische Akustik und Klangbewertung.
Vortrag:
Lärmwirkungen in Büroumwelten: Resümee und Optimierungsansätze durch Mitarbeiterbefragungen
Es wird eine Meta-Analyse zur Wirkung von Lärm und Sprachschallen in Büroumwelten vorgestellt. Die Meta-Analyse beinhaltet eine kritische Bestandsaufnahme von ausgewählten 21 Studien, mit insgesamt 38 Studienergebnissen, zu den Themen „Lärmbelästigung und Störung“, „Stresseffekte“, „Kognitive Leistungen“ und Wechselwirkungen mit anderen Bedingungen des Büroarbeitsplatzes. Welche Faktoren beeinträchtigen besonders die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Büro? Basierend auf diesen Ergebnissen wird ein Fragebogen-Inventar zur ökonomischen Identifizierung möglicher Störquellen vorgestellt, welches als Tool zum Beispiel für das Facility-Management nutzbar ist, um maßgeschneiderte Optimierungsschritte für Büroumwelten durch das Unternehmen einleiten zu können.
Martin Brübach studierte Architektur an der Technischen Universität Darmstadt. Parallel zu seiner Tätigkeit als Berater und spezialisiert auf die Einbeziehung von Nutzerbelangen bei der Konzeptionierung innovativer Arbeits-, Lern- und Forschungsgebäude, besuchte er 2004 bis 2006 die Steinbeis Hochschule Berlin, um berufsbegleitend den Abschluss zum MBA in General Management zu erwerben. Aktuell ist Martin Brübach als Director und Mitgründer der deutschen Niederlassung des international tätigen strategischen Beratungsunternehmens DEGW tätig.
Vortrag:
The creative buzz.
Die Bedeutung der Akustik in der Kreativwirtschaft.
Anforderungen an Kommunikation und Konzentration in realisierten Beispielen führender Medienunternehmen.
Prof. Gerrit Höfker studierte Bauhphysik an der Hochschule für Technik in Stuttgart und promovierte an der De Montfort University, Leicester. Er ist Inhaber eines Ingenieurbüros für Bauphysik und hat an der Hochschule Bochum eine Professur inne. Seit 2004 ist Prof. Gerrit Höfker Partner der "Höfker Nocke Bückle Partnerschaft-Physiker und Ingenieure".
Vortrag:
Raumakustik und thermoaktive Bauteile – ein Dilemma?
Betondecken sollten aus thermischen Gründen nicht verkleidet werden, um durch ihre Speicherfähigkeit den Temperaturanstieg während eines Sommertages klein zu halten. Somit kann manchmal auf relativ einfache Weise ein thermisch behagliches Umfeld ohne Kühlsystem geschaffen werden. Sind die Lasten allerdings durch solare Einstrahlung oder interne Gewinne zu hoch, können diese durch eine thermische Aktivierung energieeffizient abgeführt werden. Diese Technologie ist inzwischen bei Verwaltungsbauten üblich. Ein Nachteil der unverkleideten Betondecken, unabhängig von einer etwaigen thermischen Aktivierung, liegt insbesondere darin, dass die Deckenfläche nun nicht mehr oder nur bedingt für schallabsorbierende Maßnahmen zur Verfügung steht. Durch den Wunsch nach einer hohen Sprachverständlichkeit oder niedrigen Schallpegeln in Büroräumen werden allerdings Nachhallzeiten gefordert, die nur mit absorbierenden Flächen erreicht werden können, deren Flächenbedarf in der Größenordnung der Deckenfläche liegt. Im Rahmen dieser Präsentation werden Konzepte vorgestellt, die sowohl die Anforderungen an Energieeffizienz und thermische Behaglichkeit als auch die raumakustischen Anforderungen erfüllen.